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Alt 16.08.2009, 10:52   #1
katzepuh
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katzepuh befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Frage Berufswechsel

Hallo!

Ich habe durch Zufall dieses Forum gefunden und denke, dass meine Frage hier sehr gut aufgehoben ist. Diese wurde ja in dem vorherigen Thread schon umfangreich diskutiert.

Was halten die Ausbilder davon, im Alter von 28/29 von einem kaufmännischen Beruf (Immobilienbranche) zum Fachinformatiker bzw. IT-Systemelektroniker zu wechseln? Wobei ich derzeit auch das firmeneigene Netz (Windows 2003 / Exchange) betreue ... und an den IT Themen schon immer interessiert war / und bin ... die Bereiche sind mir also nicht fremd.

Wie sollte ich es am geschicktesten anstellen? Am liebsten würde ich einfach zum nächsten Termin eine Ausbildung anfangen ... ?
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Alt 16.08.2009, 23:19   #2
TschiTschi
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TschiTschi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Einfach bewerben! Du wirst dann schon sehen, ob Du genommen wirst.
Wobei es natürlich nicht ganz einfach sein dürfte, in dem Alter die entsprechende Eignung, das entsprechende Interesse und - vor allem - einen glaubhaften Grund für einen Wechsel in einen komplett anderen Beruf vorzubringen.

Du musst Dir halt auch über die Konsequenzen im Klaren sein. Du wirst, wenn Du dann 2013 fertig bist mit 32/ 33 Jahren nochmals bei Null anfangen. Und das in einer Branche, wo Du mit spätestens Mitte 40 (eher früher) zum alten Eisen zählst!

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Alt 17.08.2009, 19:20   #3
iche
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am geschicktesten...
also um einen regulären ausbildungsplatz würde ich mich nicht bewerben.
das hat verschiedenene gründe. die meisten betriebe wollen junge azubis schon aus dem grund, weil die leichter formbar sind. dazu käme, dass ich keinen bock auf 3 jahre lehrzeit in einem kindergarten hätte. ich würde versuchen eine umschulung zu bekommen oder eine ausbildung an einer entsprechenden einrichtung machen, auch wenn das ggf geld kostet.
ich sehe dich noch nicht in dem alter, wo man sich gedanken über altes eisen machen sollte- im gegenteil: der fachkräftemangel wird in den nächsten jahren richtig zum tragen kommen, so dass wir sicher alle bis 69 arbeiten dürfen.
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Alt 18.08.2009, 00:06   #4
TschiTschi
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Wobei Du wissen musst, dass der Ruf der Umschüler nicht der Beste ist - und auch die Abschlussnoten meistens schlechter sind, als bei regulären Azubis, die eben 3 Jahre Zeit zum Lernen hatten.
Auf er anderen Seite hat iche natürlich Recht, wenn er darauf hinweist, dass wenige Unternehmen einen Azubi in Deinem Alter nehmen.

Dass wir bis 69 arbeiten müssen bedeutet aus meiner Sicht/Erfahrung jedoch nicht, dass man als später Quereinsteiger in die Informatik noch ordentlich bezahlte Jobs bekommt (s.o.).
Quereinsteiger/ Umschüler landen häufig bei irgendwelchen Outsourcern, wo sie mehr oder weniger Hilfsarbeiten (Drucker-/ PC-Installationen) zu Hungerlöhnen machen (müssen).
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Alt 18.08.2009, 16:53   #5
iche
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letztmalig zu den schlechteren Noten der Umschüler:
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Ausbildungsform und Notendurchschnitt- eher dann doch im Leistungsvermögen der Azubis/Umschüler und der Qualität der Ausbildung. Gute Leute machen beides gut, weniger gute haben bei beidem Probleme. Genau so wie auch gute Leute Probleme kriegen, wenn mit dem Ausbildungsbetrieb was nicht in Ordnung ist- und das gibts außerhalb TschiTschi's Traumwelt sehr oft.
Verdienstchancen:
Ich würde aber keinesfalls ITSE machen, ich habe da ein bisschen Überblick, was Leute im technischen Service von Druck- und Kopiertechnik verdienen und das ist in Ost wie West lächerlich im Verhältniss zur eingesetzten Arbeitszeit.
ITK und ITSK haben hierzulande gar nicht so schlechte Karten, weil viele Betriebe sich eben von der Kombination viel versprechen. Die FISI sind hier hier Ladenhüter, FIAE gehen ziemlich gut- Programmierer werden überall gesucht- sofern man den Job kann. Aber im Allgemeinen kann man froh sein, überhaupt einen Job zu bekommen und 4stellige Verdienste mit ner anderen Zahl als 1 vorn sind mit Sicherheit die Ausnahme.
Und zum Thema Outsourcing und Billigjobs:
Aufwachen, das ist der Trend. Warum verdienen die denn so wenig? Weil die "Großen" die Preise ihrer Dienstleister drücken und sich Dienstleister immer wieder mit Billiglöhnern eindecken können, da man ja dank Hartz und Rot/Grün per Gesetz dazu verpflichtet ist, jede zumutbare Arbeit anzunehmen, egal ob man von dem Geld leben kann oder nicht. Man darf nicht sagen, für das Geld kannst du deinen Kopierer selber in die 6te Etage schleppen-so siehts aus. Das wird schlimmer, nicht besser- jetzt haben wir ja noch die Ausrede der Krise.
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Alt 18.08.2009, 19:37   #6
TschiTschi
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Dass FISI Ladenhüter sind, kann ich nicht bestätigen. Sie sind für mich das ideale "Bindeglied" zwischen FIAE und ITSE. Letztendlich sollte man sich aber den Beruf auswählen, der einem liegt. Wobei ich iche Recht geben muss, was die Einschätzung der ITSE angeht.

Dass es gute und schlechte Ausbildungsbetriebe gibt, ist unzweifelhaft, wobei man mit steigendem Alter wohl verstärkt Gefahr läuft, einen schlechten Ausbildungsbetrieb zu erhalten.

Ob es damit zusammen hängt oder anderen Dingen (z.B. den katastrophalen Auswahlverfahren der AA, der Selbstüberschätzung der Umschüler) - meine Erfahrung als Prüfer zeigt, dass Umschüler die deutlich schlechteren Ergebnisse in den Prüfungen haben.

Abschließend kann ich Dir nur nochmals empfehlen drüber nachzudenken, ob Du wirklich alles hinschmeißen willst, um nochmals bei Null anzufangen! Iche hat einige (weitere) Gründe genannt, die dagegen sprechen!

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Alt 19.08.2009, 11:18   #7
mücke
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Also du bist in deinem erlernten Beruf tätig und möchtest dich beruflich in Richtung IT verändern? (Wie sieht es denn grad in der Immobilienbranche aus?)
Für mich stellt sich die Frage, ob das mit einer weiteren Ausbildung sein muss. Gibt es die Möglichkeit, wenn du jetzt schon IT-Tätigkeiten in deinem Betrieb machst, eine Weiter- oder Zusatzausbildung in dem Bereich zu machen? Oder ein Studium, Fernstudium, o.ä.?
Ich kann dich verstehen, dass du das alles "von der Pike auf" lernen möchtest und dir bessere Chancen so errechnest, aber ist das wirklich nötig? Du bringst aus deinem erlernten Beruf die kaufmännischen Grundlagen mit, Berufserfahrung, hast einen Zugang zu den IT-Sachen - vielleicht gibt es ja Möglichkeiten, das miteinander zu verbinden, ohne den Umweg einer zweiten Ausbildung?

Um eine Umschulung finanziert zu bekommen, musst du natürlich Gründe nennen können - aus einem Job heraus von einem kaufmännischen in den anderen kaufmännischen Beruf sicher schwierig!

@tschitschi: ich glaube nicht, dass Umschüler zur Selbstüberschätzung neigen - eher das Gegenteil ist der Fall! Die Gründe, dass sich viele schwer tun bei den Prüfungen, liegen eher in den schlechten Auswahlkriterien der AA und vor allem in den realitätsfernen und auf "Sparflamme" ausgerichteten Konzepten der Weiterbildungseinrichtungen (möglichst viele, möglichst schnell, möglichst billig durchschleusen).
Wenn Umschulung, dann am besten einen Betrieb suchen, der das mit trägt!
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