Ausbildung und Kultur

von juukay

Persönlichkeitsbildung, Verständnis für die eigene Kultur, Kreativität und Entfaltung der eigenen Potenziale stellen für Mitarbeiter selbst wie für Unternehmen eine wichtige Quelle des Erfolges und der Stabilität dar. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich auf der Grundlage dieser Philosophie das didaktische und pädagogische Konzept im Zusammenhang mit der Einbeziehung von Kunst und Kultur in die Ausbildung stetig weiterentwickelt. Vernetztes Denken, die Förderung von sozialem Lernen, Selbstständigkeit, Kreativität, Sensibilisierung für offene Prozesse und Urteilsfähigkeit spielen in den künstlerischen und gestalterischen Projekten mit den Auszubildenden als Lernziele eine zentrale Rolle.

Kunst und Kultur als Bestandteil der Ausbildung dienen dazu,

  • Kooperations- und Wahrnehmungsfähigkeit, Selbstbewusstsein und Kreativität durch gemeinsame Erfahrungen im künstlerischen und kreativen Gestalten gezielt zu entwickeln,
  • über die gemeinschaftliche Durchführung ganzer Projekte im eigenen Lern- und Ausbildungsumfeld Selbstbewusstsein zu geben und Kooperationserfahrungen zu ermöglichen,
  • die Werte des Unternehmens in konkreten Zusammenhängen zu erfahren und zu reflektieren, nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern auch die Persönlichkeitsbildung und damit die Arbeitsfähigkeit der Auszubildenden zu fördern.

Die Berufsausbildung der Zukunft und die Person des Ausbilders werden sich daher zukünftig an verschiedenen Aufgabenfeldern orientieren müssen.

  1. Ausbilder müssen den ständigen Wandel, dem die Berufsausbildung unterworfen ist, wahrnehmen und sich mit ihm aktiv auseinandersetzen. Entsprechend wird Flexibilität und Kreativität sowie ein Interesse an Gestaltung notwendig sein. Das Verständnis für aktuelle Produktions- und Geschäftsformen erfordert eine regelmäßige Betriebsnähe des Ausbilders, z. B. durch regelmäßige Praxisphasen oder den Austausch von Ausbildern verschiedener Berufsfelder.
  2. Ausbilder sind nicht ausschließlich Vermittler von Fachkenntnissen und Fertigkeiten, sondern übernehmen auch Aufgaben zur Persönlichkeitsbildung und Steigerung der Basiskompetenzen bzw. des Allgemeinwissens. Eng verknüpft damit sind Aufgaben der Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Auszubildenden durch Beratungs- und Bildungsangebote. Deshalb müssen Ausbilder auch die gesellschaftspolitischen Veränderungen wahrnehmen und sich mit ihnen auseinandersetzen.
  3. Ausbilder sollten eine methodische Vielfalt entwickeln, Auszubildende zum lebenslangen Lernen anregen und auch die Verbesserung des Zugangs Azubi zum Lernen fördern. Bestehende Qualifikationen sind zu erweitern und zu aktualisieren (obwohl Wissen heute schneller denn je veraltet, ist die Gültigkeit von Zeugnissen und Abschlüssen der Ausbilder in der Regel zeitlich nicht begrenzt). Zudem kommt der Aneignung von methodischen Kompetenzen (Visualisierung von Arbeitsprozessen, Projektorientierungen sowie Vermittlung und Training von Selbstlernmethoden) für die zukünftige Gestaltung der Ausbildungspraxis ein hoher Stellenwert zu.
  4. Die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen, Fachrichtungen und Einrichtungen (u. a. Erweiterung des Informations- und Erfahrungsaustausches) sollte gefördert und angestrebt werden. Kooperationen erhalten eine Schlüsselfunktion für die Bewältigung der erweiterten Aufgabenfelder für Ausbilder. Dies setzt erweiterte dialogische und kommunikative Fähigkeiten voraus.
  5. Zur Entwicklung und Förderung des umfassend veränderten Anforderungsprofils (v. a. in den Bereichen der Persönlichkeit, Organisations- und Konzeptgestaltung, Didaktik und Methodik, Sozialkompetenz und der ständigen Auseinandersetzung mit zeitgemäßen Basisfähigkeiten) der Ausbilder in allen Bereichen der beruflichen Bildung benötigen diese systematische Lern- und Entwicklungsbegleitung (v. a. der Wahrnehmungsschulung von sozialer Wirklichkeit als Voraussetzung zur Veränderung). Die grundsätzliche Voraussetzung ist das Verständnis für die sich wandelnde Berufspraxis, die Akzeptanz des eigenen Lernbedarfs und die eigene Lernbereitschaft.

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